Quin
Es wäre schön, wenn ich da lebend herauskäme, dachte Quin. Sie duckte
sich nach rechts und das Schwert ihres Widersachers sauste links an
ihrem Körper herunter und schlug ihr fast den Arm ab. Quins eigenes
Peitschenschwert, dessen Form sie nach Bedarf ändern konnte, war in
ihrer Hand zusammengerollt. Aus dem Handgelenk schnippte sie es
nach vorne und mit einem Knacken verfestigte es sich zu einer langen,
biegsamen Klinge.

Was für ein Jammer, wenn er mir jetzt den Kopf einschlagen würde. Ich
bin so kurz vor dem Ziel.

Der riesige Mann, gegen den sie kämpfte, wirkte erfreut bei dem Gedanken,
sie zu töten.
Die Sonne schien ihr direkt in die Augen, doch reflexartig riss sie ihr
Schwert hoch über ihren Kopf und blockierte den nächsten Schlag
ihres Gegners, bevor er ihr den Schädel spalten konnte. Der Schlag war
so mächtig, dass es sich anfühlte, als würde ihr ein Baumstamm in die
Arme fallen, und sie ging zu Boden.
„Du bist erledigt!“, brüllte der Mann. Sein rotes Haar leuchtete wie ein
Unheil verkündender schottischer Heiligenschein in den staubigen Sonnenstrahlen,
die durch die Dachluke einfielen. Er hieß Alistair McBean
und war der größte Mann, den sie kannte. Darüber hinaus war er auch
ihr Onkel, aber das war in diesem Moment bedeutungslos.
Quin krabbelte rückwärts. Alistairs riesige Arme schwangen seine überdimensionierte
Waffe als wäre sie nichts weiter als ein Dirigentenstab.
Er will mich wirklich töten, dachte sie.
Sie ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. John und Shinobu, die
auf dem Scheunenboden saßen, sahen sie an, beide umklammerten ihre
Peitschenschwerter, als hinge ihr Leben davon ab, doch keiner von ihnen
konnte helfen. Das war ihr Kampf.

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